Gedichte und Texte

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Andreas Friedrich

(01-01-05)

Bald

            ist der erste tag vorüber; es zeichnet sich nichts neues ab; nach wie vor sind die adern prall gefüllt mit den schwarzen kristallen der angst; d
            ir ist bewußt wie dein leben bish
            er verrann; d
            ir ist bewußt wie es weiter verrinnt; du streifst nur die zeit; der mann mit dem breitkrempigen schwarzen hut wirft seinen langen schatten auch durch dein fenster (hm, im 4. ?); du b
            ist dir nicht mehr sicher dass du dein bisheriges leben vergessen hast... – viell
            eicht hast du es einf
            ach nicht gelebt...?! –;


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(04-01-05)

ARGe

            wieder in bettelhallen wen
            n au
            ch die räume früher anders genutzt: dein lebenswandel nicht unter dies
            er lupe; das herbeizitieren der ärztlichkeiten vielleicht erst nach dem be
            such; im warteraum nun das fax; das treppenhaus heller als sonst die sonne als gelblicher schwall über den stufen; auch der flur in hingezogener helligkeit; blei-bend die gedrückte haltung der „klienten“ das verhaltene zurückgenommene klopfen an den verschlossenen türen; egal wo warum und wie... – die schotten werden d
            icht gehalten; egal dass sich der himmel lichtblau zwischen den beiden kirch-türmen aufspannt;


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(15-01-05)

„HEI (rotland)

            mat
            dichter“...?: das wort torkelt zwischen den gekopfstellten baumstämmen her-vor; die unglücklichen holzcalamari haben die ihre längst verloren... – nicht ver
            trieben ent
            rissen: entwurzelt sind diese wurzeln allemal; die sonne
            gepresst in die staunglieder
            blinzelt mir zu: hei
            mat (oder, inzwischen d
            och besser: hai-mat?)?: was ist das?; und wo?; am (wald)
            rand der riesige
            gejagte zaun schreit nicht nur als lichtmagnet auf; hin
            ten blökt wieder der trecker des (wald)
            bauern; der motorenlärm der blechkäfer dringt tief
            ins
            innere;


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(21-02-05)

WAHL

            d
            ass
            wenigstens auffällt dass nur wenige hingingen... – das wenigstens ein hauch von einem aufgegangenen plan; wahlr
            echt als wahlpflicht... – gut gut meist
            er das sei mal dahingestellt als grundsätzlichkeit... – aber wahl bedeutet d
            och angebot von alternativen...! –

            ein angebot tragbarer alternativen
            , meine ich;


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(21-02-05)

WAHL II

 

            dann seid ihr selbst schuld dass das so gekommen ist...! hört man (das bin ich) schon aus den schatten rufen... –; das mag ja stimmen wenn´s um die wei-chenstellung zwischen richtig und falsch geht...! – aber was soll der operator im stell-werk tun wenn er zwischen falsch und falsch trennend entscheiden soll...?! -; (die dinge einfach laufen lassen...? – frage einen wasser
            fall
            was er davon hält...! -);


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(03-03-05) (rotland)

 

            scheren
            schnitt-baum mit scheren
            schnitt-vogel...: das kr
            ächzen wie ein schnitt mit der schere in die ausgekühlte seele;


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(03-03-05) (rotland)

 

            vergoldeter silberstaub der spinnen spielt; gut
            dass ich nicht der einzige
            der einfach drauflosgeht un
            d wartet dass der weg s
            ich weiterzieht vor seinem fuß; aber au
            ch: nicht die breite sp
            ur führt ins un
            gewisse;


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(04-03-05)

 

            dies das geschenk der eiszunge an den zehen: der ge
            danke: es gibt ziele d
            ie lassen sich nicht auf dem direkten weg er
            reich
            en;


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(12-03-05)

7 JAHRE

            7 jahre früher in die kiste
            als die
            die das geld haben... – 7 jahre früher tot n
            ur weil du nicht zu den abzockern zählst... – fast ein g
            rund die zornsäure das denken zerfressen zu lassen... – ab
            er eigentlich d
            och eh
            er...: da gibt es nicht viel zu sagen... –

die besten gehen halt zuerst...! –;


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(15-03-05)

 

            der rasierklingenriss geht durch das seelenglas
            das mit dem schmelzschnee über dem durchgefrorenen boden im schweben verfangen ist; der sonnenharz kriecht die stämme im frühen rot empor... – dem frü-hem rot der sich verspätenden stunde; dem buchstabenged
            ächtnis fällt es blau ein was zu erzählen möglich wäre stünde nicht der schwe-re angstschatten an seine lange l
iste zu verlesen: so kurz wie der vorbeizug des wärmewinkels so knapp gefaßt sind die momente dem licht
            einfall zu f
            olgen;


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(27-03-05)

 

            kein faustischer spazi
            ergang ab
            er schon die schwere der glocken dazu nicht viel leicht
            erer
            gesang; ein kurzes gespräch mit dem flüchtigen orange; dann: hinter den ver-goldeten familien-stäben; (k
            ein lamm... –); teile des h
            irns driften von insel zu insel verbinden einzelne wolkenstätten das gitt
            ernetz gerät ins wanken; dein blick umfasst kaum den einen globus... –; er
            weckt fühlst du d
            ich n
            icht... – der neue zeitstoß zittert eher als gründliche ermüdung durch´s einge-dickte b
            lut; keine steine zur seite gerollt der bass massierte nervös die haarwurzeln; k
            urz vor mittag schon verblindet die sonne... – das interesse ge
            hört dem anderen;


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(15-04-05)

ER

            wacht mit der feuerlohe des fremden bettes im rücken d
            ie träume auf weitaus schalerer flamme; bodenbeben schon am morgen durch das fliehende metall das
            vorwärts
            kommen im gleichklang mit dem triebigen gezwitscher aus unsichtbaren baumkronen; am puls der zeit zu leben... – eine attraktive idee... – doch ob du´s überleben würdest
            das pulsen
            das ist eine andere frage... – und es gibt noch m
            ehr zu verlieren als (n
            ur) einen arm (r
            echts oder l
            inks?); (der schw
            arze seelen
            zwilling zittert... –);


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(17-04-05)

 

            viertel nach zwölf auf dem zifferblatt hinter und über dem sterbenden fisch der durch´s langsam zufrierende wasser gleitet... – ein gruß aus bad hom
            burg der zerbricht; (du mußtest genau
            dies
            haben... – liebe au
            f den ersten kind
            ischen blick); der siamesische hasenzwilling winkt dir zu der frosch schwimmt in seinem reifen durch die heißgeklebte ewigkeit; „das kann keiner
            so
            verstehen wie du es gesch
            rieben hast.“... – wer würde d
            as au
            ch wollen...? –;


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(22-04-05)

 

            der sonnenball klärt
            auf: deine karte li
            egt völlig verkehrt
            im kopf! (desh
            alb auch die trennung in n
            ord- und süd
            stadt...! –): der osten schwenkt die japan-fahne direkt über dem boden die schienen laufen genau auf diese ziel zu in diesen ewig tiefen gluttunnel hinein; die zeit bi
            egt die gleise zurecht und ein paar statiönchen weiter kennst du dich wied
            er aus die sonne hängt am rechten fleck ist auch milchig gelb
            inzwischen ganz ohne blutmagie oder kochendem
            bronzebiss; eingen
            ordet hälst du nun die alte spur im rücken den sehn
            süchtigen erinnerungsschatten an die frühmorgendlichen pend
            ler: ist es das was
            das leben (wirkl
            ich) ausmacht... – das wissen
            morgen für morgen
            jahr um jahr
            um den stetig gleichen ab
            lauf?;


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(18-05-05)

dASS

            die ein oder andere linie den angestrebten punkt (
            sog
            ar) (au
            ch) erreicht + du beginnst die musik zu verstehen + die dritte installation des lexikons scheints vom erfolg gekrönt ist + der kaffee schmeckt und der schinken gekühlt wirklich steinhart wird + deine vergessl
            ichkeit zu keinen größeren übeln führt + dein zutrauen ins nichts wächst von t
            ag zu tag + die wut langsam nachläßt... – ein seltsam zähes hartnäckiges ver
            sick
            ern zwar aber immerhin eine reduktion wenn auch nicht gerade ein furioses versch
            winden;

 

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(25-06-05)

 

            dunkelgrau gefleckt urplötzlich das harte haifell neben mir: tröpfig geküsst der bet
            on vom farbfeindlichen darüber einem zerfurchten spiegelbild der funktions-glätte; richter
            mäßige verwaschungen über dem blütengestäubten kopfglas... – höchst
            wertige luftwandkunst; die zivilen fluggeister krächzen nach wie vor einmal verschluckte sich ein sportflugzeug und ohne das motorengebrumm im hinterohr zwi-schen den zeitungszeilen fürchtete ich schon eine katastrophe (gott
            chen!... – meine bude überstünde wohl kaum ne bruchlandung auch wenn die maschine vom weinberg aus schön ebenmäßig anlauf nehmen könnte...-); himmels-grimm auch schon auf dem spielplan der freiluftbühne eingewoben in die schweißtü-cher die zu zerwehen sich der frischwind weigert; das körpergewicht verwehrt den abgang bleibt und behauptet (s
            ich); die gedankenschwere spielt da leger mit spitzt die langeweile zur unter-schwelligen gehässigkeit zu... –;

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