Ich hasse sie!
Weil sie mir die Wahrheit sagt.
Ist das so schlimm?
Es ist grausam,
nichts weiter und doch genug.
Es reicht um deprimiert zu sein,
nur ein bisschen, aber es reicht.
Es reicht um darüber nach zu denken.
Die Nase im Wind der Zukunft.
Die Ohren erlauschen die Zeit.
Vergangen die alte Zunft,
zum Fortschritt, bin ich bereit
Unsere Zukunft was wird sie uns geben?
Schönheit, Gold und Reich?
Und was wird sie uns nehmen?
Unser Leben wie, wie in alter Zeit!
Wir stehen, sitzen und hoffen
das Gott uns leben mag
und doch sind wir ersoffen,
in der Zeit die vor uns lag
Ersoffen im Meer der Zukunft,
das keiner bewältigen konnt
und her kam doch die Kunde,
das unter dem Meer ein Boden kommt.
Auf dem wir dann liegen,
in Zukunft wie in alter Zeit.
Auf dem wir dann auch blieben,
bis wir es endlich leid.
Niemand darf es wissen,
das mit uns beiden zweien.
So wird uns nie gerissen,
was uns gehört allein.
Und wird doch einst genommen,
von dritter Hand mir fort,
die Liebe die gewonnen,
lebt in mir weiter, dort.
Keine Macht kann mir entreißen,
was Erinnerung mir blieb.
Und auf des Lebens Reisen,
weis ich, ich habe dich lieb.
Dieses Wort und Du gehören zusammen,
wie das Lachen auf Deinem Gesicht.
Dieses Wort und Du bleiben zusammen,
bis das Lachen verlischt.
Dieses Wort und Du in das ich verliebt,
trotzdem von den zwei Worten, mir keines blieb.
Dieses Wort und ich,
wir werden uns wiedersehen.
Aber Du und ich,
da wird es nie geschehen.
Seltsam fremd und doch vertraut,
ist mir dieses Zimmer.
Ja, schon fast wie neu gebaut
kommt es mir vor, doch immer
wenn ich diesen Raum betrat,
war es mir warm ums Herz.
Meine Heimat, jeder Rat,
liegt hier und auch Schmerz.
Und nun gehe ich von dannen,
gehe aus dem Hause fort.
Meine Jugend ist verrannen.
Ich lass sie hier, an diesem Ort.
Lieber Vater mag dich gern,
möchte das ich dir sage,
möchte dir danken, so als wär'n,
mir dies die letzten Tage.
Freilich habe ich dir viel Not,
gemacht in Kindertagen.
Ich besser mich, so mein Gebot,
ich will es einfach wagen.
Ich werde stark im Leben stehen
und niemals bleiben unten.
Ich verspreche, so land die Winde wehen,
brennen meine Lebenslunten.
Auch wenn meine Kindheit schon vorbei,
sie war die schönste Zeit.
Es ist mir jetzt auch einerlei,
dein Kind bleib ich in Freud und Leid.
V. Muenichshofer (veröffentlicht 2004)