Managed Care

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"Managed Care"

"Managed Care" (MC) ist ein Management-Modell aus den USA und zielt auf die systematische Umstrukturierung des Gesundheitswesens in ein von aussen und nach ökonomischen Interessen kontrollier- und steuerbares Versorgungssystem.

(vgl. auch die Definition von Managed im Glossar)

Wie funktioniert "Managed Care"?

Strategische Grundelemente von "Managed Care" sind

Was bedeutet "Managed Care" für die Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen?

"Managed Care" bedeutet einen Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen, der in seiner Wirkung dem Wechsel des "Betriebssystems" auf einem PC vergleichbar ist und zu einer tiefgreifenden und flächendeckenden Veränderung der medizinischen Versorgungslandschaft führen wird. Innerhalb der eigenen Strukturen ist "Managed Care" - wie die Befürworter immer wieder betonen - tatsächlich sehr flexibel und erlaubt Varianten, die nach aussen hin auf den ersten Blick gar nicht nach "Managed Care" aussehen. Man darf sich aber nicht täuschen lassen: Methoden und Ziele der "Managed Care"-Ideologie (s.o.) sind im Kern immer gleich und lassen de facto keine Co-Existenz anderer Versorgungs-Modelle zu!

Auf die ärztlich-therapeutische Arbeit hat der Systemwechsel zu "Managed Care" folgende Auswirkungen

Praktisch bedeutet dies:

Was leistet "Managed Care" und was ist der Preis?

Das Versprechen der "Managed Care" - Vertreter ist eine "kostengünstige und gleichzeitig qualitativ hochwertige Medizin". Für beide Behauptungen gibt es bislang jedoch keine Studien, die diese schlüssig belegen.

Spareffekte unter "Managed Care"

Bezüglich der propagierten Spareffekte stellt sich v. a. die Frage, welche zusätzlichen Kosten "Managed-Care" bei Einführung und im laufenden Betrieb dem Gesundheitssystem aufbürdet. Diese müssten erheblich sein, denn Managed Care und all die neu zu schaffenden Stellen und Berufsgruppen müssen ja auch von denselben Geldern der Versicherten mitfinanziert werden, die schon für die medizinische Versorgung nicht auszureichen scheinen. Merkwürdiger Weise ist dieser Aspekt aus der öffentlichen Diskussion weeitgehend ausgeblendet. Hier erfolgt ja zunächst einmal nur eine "Umverteilung" von Versichertengeldern, weg von den Leistungserbringern und hin zu den "Managed-Care-Organisationen". Die Kürzung der Ausgaben für "medizinische Leistungen" bedeutet hier also nicht notwendiger Weise, dass das Gesundheitssystem deshalb kostengünstiger geworden ist.

Medizinische Versorgungs-Qualität unter "Managed Care"

In Puncto medizinische Versorgungs-Qualität ist naheliegend, dass eine neu an Kosten und Ertrag (bei MC Effizienz genannt) orienterte medizinische Versorgung wie unter "Managed Care"-Bedingungen überall dort zu einer besonderen Bedrohung für die medizinische Qualität wird, wo die Behandlung besonders teuer und die Erfolgs- (Gewinn-) Aussichten besonders niedrig sind:

Die Versorgung psychisch kranker Menschen unter "Managed Care"

Bereits ohne die strategische Ressourcenverknappung durch "Managed Care" besteht z. B. heute selbst in der finanziell vergleichsweise sehr gut situierten Schweiz eine deutliche Unterversorgung in der ambulanten Betreuung psychiatrischer Patienten. Dies aus vier Gründen:

In Ländern mit "Managed Care"-Versorgung ist psychisch kranken Menschen der freie Zugang zum Psychiater oder Therapeuten ihres Vertrauens durch ein sogenanntes "Gate-Keeping" verschlossen. In Holland gibt es z. B. überhaupt keine niedergelassenen Psychiater mehr, psychisch kranke Menschen erfahren ärztliche Hilfe dort nur noch im Krankenhaus!

Links zum Thema "Managed Care":