Therapie
Zur Therapie von Angststörungen (generalsierte Angststörung, Panikstörung, Panikattacken) und Phobien kommen verschiedene Behandlungsverfahren
zum Einsatz. Die wichtigsten sind
- Entspannungsverfahren
- Verhaltenstherapie
- Kognitive Therapie
- Tiefenpsychologisch
fundierte Psychotherapie, Psychoanalyse und psychodynamische Therapieverfahren
- Medikamente
Entspannungsverfahren
Ängste sind in
aller Regel von körperlichen Symptomen, v.a. auch von Verspannungen
begleitet, die wiederum negativ auf die Angstsymptomatik und die körperlichen
Symptome zurückwirken und diese verstärken oder zumindest aufrechterhalten.
Deshalb ist ein wichtiger Ansatz bei der Angsttherapie die Beseitigung
von Spannungen durch Entspannungsverfahren. Zum Einsatz kommen
- Autogenes Training
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
- Biofeedback-Methoden
Verhaltenstherapie
Bei der Verhaltenstherapie
der Phobien, Angst- und Panikstörungen geht es v.a. darum, sich den
Ängsten und angstbesetzten Situationen gezielt und in zunehmender
Dosis auszusetzen, bis alle zuvor gemiedenen Situationen wieder in Besitz
genommen und in das normale Leben integriert werden können. Man bedient
sich hierzu folgender Verfahren:
- Reizkonfrontation
- Reizüberflutung
("flooding")
- Es erfolgt
unter paralleler therapeutischer Begleitung eine Konfontation
mit einer maximal angstauslösenden Situation, die solange
ausgehalten werden muss, bis eine physiologische Gewöhnung
eintritt und der Patient lernt, dass die gefürchteten katastrophalen
Folgen ausbleiben
- Diese Verfahren
hat die beste Heilungsquote, wird aber auch am wenigsten gut
toleriert und akzeptiert
- Abgestufte
Reizexposition
- systematische
Desensibilisierung durch stufenweise gesteigerte Reizexposition,
bis alle Hierarchiestufen bis zum Maximum durchlaufen wurde
Kognitive Therapie
Bei dieser Therapie,
die gerne mit verhaltenstherapeutischen Verfahren kombiniert wird, soll
der Patient seinen Denk- und Bewertungsstil ändern. Theoretische
Grundlage ist die Annahme, dass vor allem eine "Fehlbewertung"
der angstauslösenden Situation die heftige Angst und Vermeidungsreaktion
hervorruft und immer weiter verstärkt.
Tiefenpsychologisch fundierte
Psychotherapie
Diese Behandlungsmethode
beasiert auf den theoretischen Grundannahmen der Psychoanalyse, denen
zufolge die Angstsymptomatik Ausdruck eines unbewussten Konfliktes mit
misslungener Kompromisslösung darstellt. Die Aufdeckung dieses Konfliktes
und das "Durcharbeiten" unter Reaktivierung der ursprünglichen
Affekte soll den Angstaffekt dann überflüssig machen und wieder
zum Verschwinden bringen.
Medikamente
Zum Einsatz kommen:
- Antidepressiva
- SSRI (Selektive
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer)
- SNAR (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer)
- trizyklische
Antidepressiva, z.B.
- Imipramin
oder
- Clomipramin
- reversible
(und auch irreversible) MAO-Hemmer
- Buspiron
- Benzodiazepine,
z.B.
Differentialindikation
der Psychopharmakotherapie:
- Panikattacken
- SSRI (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer,
1. Wahl)
- Trizyklische
Antidepressiva, z.B.
- Benzodiazepine,
z.B.
- Alprazolam
- Clonazepam
- Lorazepam
- Diazepam
- MAO-Hemmer
(2. Wahl)
- Generalisierte
Angststörung
- Benzodiazepine,
v.a.
- Buspiron
- Trizyklische
Antidepressiva
- Opipramol (Insidon)
- Soziale Phobie (Soziale Angst)
- SSRI (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer),
z.B.
- reversible
MAO-Hemmer
- ß-Blocker
- Benzodiazepine
- irreversible
MAO-Hemmer (2. Wahl)
- Spezifische
Phobien
- keine spezifische
Pharmakotherapie
Zuletzt aktualisiert: 03.02.2010