Burnout-Syndrom

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Diagnostik - Prinzipien und Methoden

Diagnosestellung beim Burnout-Syndrom

Es gibt, wie bereits erwähnt, keine einheitliche Definition des Burnout-Syndroms.

Diagnostisch wird dem Burnout-Syndrom in der ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen "nur" eine Z - Diagnose im Anhang zugestanden (die eigentlichen psychiatrischen Diagnosen werden mit einem F kodiert). Folge davon ist, dass keine eigentlichen diagnostischen Leistlinien vorhanden sind, die das Vorhandensein konkreter Symptome fordern.

Das Burnout-Syndrom weist aber m. E. so eindeutige, von anderen depressiven Störungsbildern meist klar unterscheidbare Symptome auf und stellt eine derart gefährliche und oft folgenschwere Störung dar, dass es unbedingt als relevante psychische Erkrankung beachtet werden müßte.

Burnout-Syndrom - typische Symptomatik:

Im Online-Archiv des Deutschen Ärzteblattes schreibt Dr. med. Thomas Bergner in einem Artikel über Burn-out bei Ärzten:

"Burn-out bedeutet immer einen vielfältigen Symptomenkomplex (29) aus:
- körperlichen Symptomen wie kardialen Beschwerden, Diarrhö oder Obstipation, Kopfschmerz, Müdigkeit, Muskelverspannungen, Lustlosigkeit,
- mentalen Symptomen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Entscheidungsschwäche, fehlenden Zielen und verminderter Belastbarkeit,
- emotionalen Auffälligkeiten, wie Nervosität, depressiven Verstimmungen, Unruhe, Pessimismus, fehlender Motivation, Kontaktverlust zu Patienten, Mitarbeitern, Kollegen und Freunden sowie innerer Leere und vermindertem Selbstwertgefühl,
- Besonderheiten im Verhalten wie anfangs Hyperaktivität, später Alkoholkonsum und anderen Süchten." (Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=43363)

Frau Dr. med. Martin Greif beschreibt in viamedici das Burnout-Syndrom folgendermaßen:

"Die Symptome sind vielfältig und somatisch, vegetativ und psychisch ausgeprägt: Die körperlichen Beschwerden sind unspezifisch und diffus. Betroffene klagen beispielsweise über Müdigkeit und Schlaflosigkeit und sind anfälliger für Krankheiten. Gefühlsmäßig neigen sie zu einer negativen Einstellung, empfinden eine innere Leere, Lustlosigkeit und ziehen sich zunehmend sozial zurück. Wird dieser Zustand zur Gewohnheit, beginnen die Betroffenen, bestimmte Tätigkeiten aufzugeben, gar zu vermeiden, reduzieren ihre Arbeit und sind nicht mehr so leistungsfähig wie zuvor. Gehemmt, rast- und ruhelos und tendieren sie zu größerer Ängstlichkeit, sind aber mehr und mehr mit ihrer Verfassung und Bewährung im Berufs- und Privatleben unzufrieden. Sie trauen sich nichts mehr zu und hecheln einer Überforderung nach der anderen hinterher. Ihr Verhalten und ihre Stimmung ändern sich unmerklich, zunehmend reagieren sie gereizt und mit Verzweiflung. Es fällt ihnen dann schwer, nach der Arbeit abzuschalten und sich auf das Privatleben zu konzentrieren. In der Folge sind die ganze Kraft und Kreativität geschwunden. Einen anderen Ausweg als den gesteigerten Verzehr von Genussmitteln sehen sie nicht mehr und versuchen, sich über ihre Lage hinwegzutäuschen." (Quelle: http://www.thieme.de/viamedici/aktuelles/artikel/burnout.html#anker4)

 

Die Stadien des Verlaufs beim Burnout-Syndrom:

Nicht immer verläuft der Burnout-Prozess so klar unterscheidbar in Phasen. Diese sind daher nur als Orientierungshilfe gedacht. Entscheidend für die Diagnose bleibt dagegen die aktuelle klinische Situation (anhaltende Erschöpfung, Frustration und Antriebslosigkeit) und die anamnestischen Angaben einer schleichenden Entwicklung bei hohem Arbeitspensum und hohem emotionalem Druck.

Differentialdiagnose beim Burnout-Syndrom

Zur Differentialdiagnostik eines chronischen Erschöpfungszustandes (Burnout-Syndrom) können eine Vielzahl von medizinischen Untersuchung notwendig werden, weil "Müdigkeit" ein unspezifisches Symptom von sehr vielen körperlichen Erkrankungen (Vitamin-, Elektrolyt-, Hormon-, Stoffwechselstörungen, Ernährungsgewohnheiten, Schlafmangel, Tumoren, Entzündungen, Infektionen, Autoimmunkrankheiten, Leber- und Nierenstörungen etc..) darstellt. Am Anfang einer Burnout-Abklärung muß also eine umfangreiche, auch körperliche und laborchemische Untersuchung stehen, um körperliche Ursachen auszuschließen!

Zuletzt aktualisiert: 03.02.2010