Alzheimer und andere Demenzen

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Diagnostik - Prinzipien und Methoden

Die Diagnostik bei Alzheimer-Krankheit und anderen Demenzen

Die Diagnostik der Demenz erfolgt in mehreren Ebenen:

Klinische Untersuchung und Exploration

Die klinische Untersuchung und Befragung (Exploration) orientiert sich an der Symptom- und Verhaltensbeobachtung unter Einbezug eigen- und fremdanamnestischer Angaben. Dabei gibt es nicht das Symptommuster, welches für organische Störungen wie die Demenz spezifisch ist. Es gibt aber diagnostische Manuals, die ICD-10 oder das DSM-IV, in denen diagnostische Leitkriterien vorgegeben sind sowie Anweisungen, wie die erhobenen Befunde diagnostisch verwertet werden können.

Entsprechend breit muss deshalb nach folgenden Symptomen und Defiziten gefahndet werden, von denen bei einer Demenz zumeist nur einige anzutreffen sind (nach Prosiegel 1991; Koilb und Whishaw 1996):

Kognitive Störungen:
Nichtkognitive Störungen:

Zur Befund-Erhebung stehen eine Reihe standardisierter Erhebungsinstrumente zur Verfügung:

Testpsychologie

Je weiter der Krankheitsprozess fortgeschritten ist, umso gröber sind die Defizite und umso eher köännen sie in einer allgemeinpsychiatrischen Untersuchung erkannt werden.

Zur Identifizierung feinerer neuropsychologischer Defizite, zur diferenzierteren Verlaufskontrolle aber auch zu differentialdiagnostischen Zwecken sind neuropsychologische Testverfahren geeignet und wichtig. Sie werden in der Regel von Psychologen, meist in einer neurologischen oder psychiatrischen Klinik durchgeführt. Die neuropsychologischen Testungen sind in der Regel recht aufwändig und nicht standardisierbar!

Bildgebende Verfahren

Hier kommen v.a. das Computertomogramm (CT) und die Kernsopintomographie (MRT) zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe kann man sogenannte raumfordernde Prozesse (Tumoren, Blutungen) oder andere zerebrale Erkenkungen (Infarkte, Fehlbildungen etc..) im Kopf ausschliessen oder nachweisen. Ferner können dort atrophische Prozesse (=Hirnabbauprozesse) sichtbar gemacht werden, wie sie bei Demenzen vorkommen. Die Verteilung der Läsionen gibt u.U. einen Hinweis darauf, um welche Demenz es sich handelt.

 

Mit Single-Photon-Emissions-Computertomographie (SPECT) oder Positronen-Emissions-Tomographie (PET) können Unterschiede im Stoffwechsel und in der Durchblutung verschiedener Hirnareale sichtbar gemacht werden.

Weitere Verfahren im Dienste der Differentialdiagnostik

Genetische Testungen

Bei der Huntington-Erkrankung, bei familiären Formen der Alzheimer-Krankheit und bei der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gibt es inzwischen einen Labortest zum Nachweis verantwortlicher Gene. Sie werden dazu eingesetzt, die Diagnose der Erkrankung zu sichern oder die Wahrscheinlichkeit einer möglichen späteren Erkrankung vorauszusagen.

Laborchemische Untersuchungen

Laboruntersuchungen dienen v.a. zum Ausschluss bzw. Nachweis bestimmter Demenzformen, die mit Laborveränderungen einhergehen.

Differentialdiagnostik der Demenz untereinander

Die "Differentialdiagnostik", d.h. der diagnostischen Unterscheidung der einzelnen Demenzformen voneinander stützt sich auf eine zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse

Nicht immer lässt sich sofort die "richtige" Demenzdiagnose stellen. Es stehen aber eine Art "Prototypen" (typische Befundkonstellationen) jeder Demenzform zur groben Orientierung zur Verfügung, die die Diagnostik dann in die eine oder andere Richtung leiten::

Bei der Alzheimer-Demenz findet sich in bildgebenden Verfahren z.B. typischerweise eine globale, aber temporoparietal und frontal betonte Hirnatrophie, zu erkennen an einer Erweiterungen der äusseren und inneren Liquorräume, sowie eine Verschmälerung der sogenannten "Hippocampus-Region" im Hirn. Klinisch fällt der Alzheimer-Patient in aller Regel zuerst durch eine Verschlechterung der Gedächtnisleistungen und im Verlauf dann weiterer kognitiver Fähigkeiten auf, während die äussere Fassade, die Gewohnheiten etc., also dass, was nach aussen hin als Persönlichkeit imponiert, oft lange Zeit erhalten bleibt. Dazu gehört, dass der Alzheimer-Patient seine Defizite vor sich selbst und vor anderen Menschen verleugnet bzw. bagatellisiert. Er will debn Abbauprozess nicht wahrhaben. Diese Eigenschaft ist klinisch eine der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zur "Pseudodemenz" depressiver Menschen, die im Gegensatz dazu ihre eigenen Defizite im Rahmen der Erkrankung meist beklagen, und diese zum Anlass nehmen, an sich und am Leben zu zweifeln.

Beim M. Pick finden sich die präsenilen, degenerativen Veränderungen in bildgebenden Verfahren bevorzugt im Bereich des Frontal- und des Stirnhirns, womit auch erklärbar ist, weshalb es bei dieser Erkrankung, im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz (s.o.), zuerst zu einer Veränderung der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens kommt und erst später zur eigentlichen Demenz im Sinne eines kognitiven Abbaus.

Die vaskuläre Demenz oder sogenannte Multiinfarktdemenz ist meist sowohl in den bildgebenden Verfahren als auch im klinischen Verlauf von den primär degenerativen Demenzen abgrenzbar. Sie ist allerdings grundsätzlich durch vielseitige Verlaufsmöglichkeiten gekennzeichnet und kann deshalb bei einer reinen Querschnittsuntersuchung zu einem Zeitpunkt x einer anderen Demenzform zum Verwechseln ähnlich sein. Klinisches Leitsymptom sind mehrere abrupte Einbrüche mit Symptomverschlechterungen. Es gibt aber auch Stillstand oder schleichendes Fortschreiten. Wie der Name dieser Demenzform nahelegt, findet sich bei dieser Demenzform zumeist auch eine relevante kardiovaskuläre Vorerkrankung bzw. ein entsprechendes vaskuläres Risikoprofil, z.B. Hypertonie, Diabetes mellitus oder entzündliche Gefässerkrankungen. Im CT oder MRT finden sich typischerweise unspezifische, sogenannte periventrikuläre Hypodensitäten und lakunäre Infarkte. Allerdings gelingt es oft nicht, die nachweisbaren strukturellen Defekte im Hirn den tatsächlichen "Ausfällen" der Patienten zuzuordnen. Das wiederum liegt u.a. daran, dass auch winzige, kaum nachweisbare Defekte an strategisch wichtigen Stellen im Hirn (Orte, wo viele Nervenfasern zusammenlaufen) zu erheblichen Ausfällen führen können, während grossflächige Defekte an strategisch weniger wichtigen oder reduntanten Stellen mit geringen klinischen Ausfällen korreliert sein können. Man sagt: Klinik und CT-Befund sind nicht miteinander 1:1 korreliert. Das CT/MRT eignet sich bei vaskulären Demenzen daher häufig eher zur Verlaufskontrolle, als zur prognostischen Einschätzung!

Differentialdiagnostik zu anderen Störungsbilder

Die Diagnose der Demenz muss abgegrenzt werden v.a. gegen

 

 

Zuletzt aktualisiert: 03.02.2010