Magersucht, Bulimie und andere Essstörungen

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Diagnostik - Prinzipien und Methoden

Nach ICD-10:F5 - Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren:

Diagnostische Kriterien der einzelnen Krankheitsbilder nach ICD-10

Anorexia nervosa:
Bulimia nervosa:

Bezüglich der genauen "Differenzierung" zwischen Anorexie und Bulimie muß man wohl davon ausgehen, daß es viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden Störungsformen gibt und auch "Übergänge" von der einen in die andere Form (z. B. nach einer frühen Magersucht die spätere Entwicklung einer Bulimie) sowie "Übergangsformen" wie etwa die o. g. "bulimische Anorexie". Die "Diagnose" kann sich also im Störungsverlauf ändern.

Binge eating disorder (BED)
Orthorexie

Diese Störung ist in der ICD-10-Klassifikation (noch) nicht enthalten.

Die Untersuchung (körperliche Untersuchung, Erhebung der Krankengeschichte und des psychopathologischen Befundes) bei Essstörungen

Die Erhebung "Krankengeschichte", muß neben der genauen Erforschung des Essverhaltens und der körperlichen (Folge-) Symptomatik auch die Erfragung der sozialen und familiären Beziehungen, der Konfliktlösungsstrategien und der Primärpersönlichkeit umfassen. Neben der psychiatrischen und psychotherapeutischen Untersuchung und Befundung müssen also auch internistische, laborchemische und ggf. weitere spezialärztliche (z. B. neurologische, endokrinologische, zahnärztliche etc..) Untersuchungen durchgeführt werden, eingangs und immer wieder im Therapieverlauf, um nicht gefährliche körperliche Folge- und Begleiterkrankungen zu übersehen. Insbesondere durch das selbstinduzierte Erbrechen und den Laxantien- und Diuretika-Abusus herbeigeführte Störungen im Elektroly- (Kalium) und Wasserhaushalt können in extremen Fällen zu lebensbedrohlichen Komplikationen mit Kammerflimmern (Herzstillstand) führen. Alle diese Störungen sind aber fakultativ und nicht pathognomonisch (zwingende Kennzeichen) für eine bestimmte Eßstörung!

Zur weiteren Befunderhebung stehen auch diverse Selbst- und Fremdbeurteilungsfragebögen zur Verfügung, auf die hier aber nicht weiter eingegangen wird.

 

Eine besondere Rolle zur Erfassung der Gewichtsabweichung wird der Body Mass Index (BMI) verwendet:

 

Körpergewicht in Kg

BMI = ---------------------------------------------------------------------------

Körpergrösse in Quadratmetern

 

Der ermittelte BMI-Wert muß noch mit altersbezogenen erzentilwerten in Verbindung gesetzt werden, die entsprechenden Tabellen entnommen werden können.

 

 

Zuletzt aktualisiert: 03.02.2010