Manie, Zyklothymie und bipolare (manisch-depressive) Störung

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Genetische und neurobiologische Befunde

Genetische und neurobiologische Befunde besitzen für die aktuelle Forschung einen besonderen Stellenwert für das Verständnis der bipolaren (manisch-depressiven) Störung. Einige epidemiologische Daten (gleiche Prävalenz in verschiedenen Kulturen, familiäre Häufung, früher durchschnittlicher Krankheitsbeginn) führen zu der Annahme, dass die bipolare Störung stärker als die Depression von genetischen Faktoren bestimmt wird und der Einfluss äusserer Faktoren entsprechend geringer ist. Man vermutet einen komplexen Erbgang mit Veränderungen mehrerer verschiedener Gene bei ein und derselben Person. Erst die Wechselwirkung zwischen ihnen führen dazu, dass ein Mensch für die bipolare Erkrankung prädisponiert ist. Damit es tatsächlich zum Ausbruch kommt, müssen wahrscheinlich nicht-genetische, äussere Faktoren hinzukommen.

Genetische Faktoren

Familienstudien, Zwillingsstudien und Adoptivstudien

Es fanden sich wiederholt

Auch bei den monopolar manischen und bipolaren Störungen ließ sich bislang keine direkte Verantwortlichkeit bestimmter Gene nachweisen. In sogenannten genetischen "Kopplungsanalysen" konnten jedoch inzwischen einzelne Gene lokalisiert werden, die mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit für die Disposition zur Krankheit mitverantwortlich sind. Es handelt sich um folgende "Dispositionsgene":

Neurobiologische Faktoren

Im Verlauf affektiver Störungen kommt es auch zu funktionellen und strukturellen Veränderungen des Gehirns. Dabei finden sich bei bipolaren Störungen Auffälligkeiten in der gesamten Kette der neuronalen Transmission von der Genexpression bis zum Neurotransmitter (Baumann et al, 2003). Bei den verfügbaren Befunden handelt es sich bislang jedoch erst um einzelne Nachweise signifikanter Veränderungen, die in bestimmte Richtungen weisen. Von einer zusammenhängenden neurobiologischen Theorie der bipolaren Störung scheint die Forschung noch weit entfernt. Es verdichten sich aber die Hinweise, dass die gemeinsame Grundstörung bei affektiven Erkrankungen in einer fehlerhaften postsynaptischen Signaltransduktion zu suchen ist.

 

Detailliertere Informationen über Transmittersysteme und Modellvorstellungen zur Entstehung affektiver Störungen inkl. einer zusammenfassenden Bewertung der Erkenntnislage finden Sie bei den Informationen zur Depression

 

Zuletzt aktualisiert am 31.01.2010