Manie, Zyklothymie und bipolare Störung

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Diagnostik - Prinzipien und Methoden

Die Diagnostik in der ICD-10 unterscheidet zwischen einer manischen Störung (Manie) , bei der nur manische Phasen auftreten und einer manisch-depressiven bzw. bipolaren Störung, bei der im Krankheitsverlauf manische und depressive Phasen auftreten.

Die "Manie" oder "manische Störung"

In der ICD-10 werden drei Schweregrade der Manie unterschieden:

Folgende Symptome sind besonders charakteristisch für die manische Störung:

Die diagnostischen Kennzeichen für Hypomanie und Manie in der ICD-10 lauten wie folgt:

Anstatt der positiven, euphorischen Veränderungen können auch Reizbarkeit, Selbstüberschätzung und flegelhaftes Verhalten vorhanden sein das Ausmass der Veränderungen ist auffällig, aber nicht so ausgeprägt, dass vollständige Arbeitsunfähigkeit oder ausgeprägte soziale Ablehnung resultiert oder grössere Verschuldungen auftreten. Eine deutliche Beeinträchtigung der Berufstätigkeit und der sozialen Aktivität sowie vermehrte Geldausgaben sind dagegen mit dieser Diagnose vereinbar. Die Dauer beträgt mindestens mehrere Tage

"Wenn eine kurze hypomanische Phase nur als Einleitung oder Nachwirkung einer Manie (F30.1 und F30.2) auftritt, soll sie nicht getrennt diagnostiziert werden." (ICD-10, S. 133)

Anstatt einer euphorischen und gehobenen Stimmung kann auch Gereiztheit und Misstrauen vorherrschen. Das Ausmass geht deutlich über das bei der Hypomanie hinaus, die berufliche und soziale Funktionstüchtigkeit wird durch die Störung mehr oder weniger vollständig unterbrochen! Die Dauer beträgt wenigstens 1 Woche

Stimmungsveränderung in Kombination mit Antriebssteigerung sind obligatorische Symptome, begleitet von mehreren der anderen genannten Symptome, meist handelt es sich um die oben fett gedruckten Symptome.

Differenzialdiagnose der Manie mit psychotischen Symptomen

Die schwierigste differentialdiagnostische Abgrenzung der Manie mit psychotischen Symptomen ist die gegenüber der Schizophrenie.

Die "bipolare Psychose" (manisch-depressive Erkrankung)

Wenn bei einem Patient zeitversetzt sowohl mindestens eine depressive als auch mindestens eine manische Phase aufgetreten sind, spricht man von einer "bipolaren Störung". Die Manie ist symptomatisch dabei das "Gegenstück" zur Depression. Manische und depressive Symptome können sowohl als voneinander getrennte Phasen auftreten, was der typische Verlauf ist, als auch in gemischter Form vorliegen. In der ICD-10 heisst es dazu:

"Bei dieser Störung treten einmal eine gehobene Stimmung, vermehrter Antrieb und Affektivität (Manie oder Hypomanie) auf, dann wieder eine Stimmungssenkung, verminderter Antrieb und 'Aktivität (Depression). Charakteristischerweise ist die Besserung zwischen den Episoden vollständig." (ICD-10, S. 135)Für die "gemischte" Form gilt:

"Der Betreffende hatte wenigstens eine manische, hypomanische oder gemischte affektive Episode in der Anamnese und zeigt gegenwärtig entweder eine Mischung oder einen raschen Wechsel von manischen, hypomanischen und depressiven Symptomen" (ICD-10, S. 138)

Allgemeine Kennzeichen der bipolaren Störung:

 

 

Zuletzt aktualisiert: 03.02.2010