Persönlichkeitsstörungen

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Ursachen (Ätiologie) und Entwicklung (Pathogenese)

Index

Pathogenetische Modellvorstellungen

Es gibt keine einheitliche Vorstellung über die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen, so wie es auch keinen Konsens darüber gibt, ab wann Persönlichkeitseigenschaften als Störung zu bezeichnen sind oder wie Persönlichkeit überhaupt entsteht. Es gibt in der wissenschaftlichen Psychiatrie allerdings eine weitgehende Einigkeit darüber, dass sowohl "Persönlichkeit" als auch deren Störungen Ausdruck komplexer Wechselwirkungen unterschiedlicher Umwelt- und Anlagefaktoren sind.

Aktuell kann man (nach Bronisch, 2000 und in Anlehnung an Gunderson und Phillips, 1995) grundsätzlich fünf Modelle unterscheiden, die jeweils einem anderen Zugangsweg und Standpunkt entsprechen:

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Das psychodynamische Modell

"Das psychodynamische Modell der Persönlichkeit geht von Persönlichkeitstypen aus, die grundsätzlich geprägt sind durch genetische und konstitutionelle Faktoren, aber organisiert, konsolidiert und evt. verzerrt oder erstarrt sind als Folge von - maladaptiven - Anpassungen an Lebensereignissen oder chronischen Lebensbedingungen. Dieses Modell legt den Schwerpunkt mehr auf die entwicklungspsychologischen als auf die genetischen und konstitutionellen Faktoren, die die Persönlichkeit formen. Es leitet sich weitgehend von der Psychoanalyse ab, wurde besonders von W. Reich (1971, zuerst 1933) ausgearbeitet und wird in der modernen Psychoanalyse am prägnantesten von Kernberg (1984) vertreten. Nach Gunderson und Phillips (1995) hat dieses Modell am meisten die DSM-IV (und ICD-10) Kategorien der Persönlichkeitsstörungen beeinflusst." (Bronisch, 2000, S. 1533)

Eine vertiefte Darstellung der komplizierten psychoanalytischen Hypothesenbildung zur Charakterologie von den Anfängen bis heute ist an dieser Stelle nicht durchführbar.

Der folgende Link führt Sie zu einer Auswahl von Standpunkten bedeutender Psychoanalytiker zum Thema Persönlichkeit und ihrer Eigenschaften.
Auf unseren Seiten finden Sie darüber hinaus einen Abriss der Geschichte der psychoanalytischen Charakterologie nach S.O.Hoffmann, ferner eine Darstellung des modernen psychoanalytischen Konzeptes von Otto Kernberg über Persönlichkeitsstörungen.

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Circumplexmodelle

Die heutigen Bemühungen interpersonell denkender und forschender Psychologen und Psychiater, Verstehensansätze bzw. Erklärungsmodelle für das Phänomen der "Persönlichkeitsstörungen" zu entwickeln stützt sich ganz wesentlich auf die Arbeiten H.S.Sullivans sowie auf den bereits 1957 durch Leary unternommenen Versuch, menschliche Bedürfnisse in einem Kreisdiagramm in Abhängigkeit von zwei Achsen (Dimensionen) darzustellen. Von seinem "Interpersonal Circle" nahmen alle heute diskutierten "Circumplexmodelle" der Persönlichkeitseigenschaften ihren Ausgang.

Informieren Sie sich detaillierter über Circumplexmodelle.

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Das soziologische Modell

Diese Modell basiert auf der Vorstellung,

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Das biologische Modell

Dieses Modell focussiert zur Erklärung von Persönlichkeit und ihren Störungen "biogenetische, embryonale und frühkindliche Faktoren, die Verhalten, Emotion und Kognition formen. Damit rekurriert es von der genetischen Seite sehr auf den Aspekt des Temperaments als den angeborenen Eigenschaften des Menschen, bezieht aber auch exogene Faktoren wie Geburtsschäden, Infektionen und Stoffwechselstörungen etc. mit ein, die prä-, peri- und postnatal auftreten können und ein noch in Entwicklung befindliches Gehirn möglicherweise umfassend schädigen." (Bronisch, 2000, S. 1535).
Unter den Versuchen, persönlichkeitsrelevantes Verhalten mit Störungen des Transmittersystems in Verbindung zu bringen, müssen die Untersuchungen Cloningers (1987) sowie die von Siever und Davis (1991) hervorgehoben werden.

Dimensionen der Persönlichkeit von Cloninger (1987):

In Ausarbeitung der biologischen Befunde zu den einzelnen Clustern postuliert Cloninger drei genetisch voneinander unabhängige Dimensionen der Persönlichkeit, die mit Hilfe eines Fragebogens, des "Tridimensional Personality Questionaire (TPQ)", ermittelt werden und die er folgendermaßen benennt:

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Psychobiologisches Modell von Siever und Davis (1991):

Die vier Dimensionen dieses Modells und ihre Verbindung zu den Transmittersystemen lauten

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Das (integrative) biopsychosoziale Modell

Das biopsychosoziale Modell, welches auf Engel (1980) zurückgeht, versucht, die unterschiedliche Entwicklung psychischer Störungen bei verschiedenen Menschen unter gleichen Stressoren auf die Annahme einer Diathese bzw. einer speziellen "Vulnerabilität" zu erklären. Entsprechende Modelle heißen folgerichtig

Es gibt zwei wichtige Forschungsrichtungen, die mit den Annahmen des Diathese-Streß-Modells arbeiten, jedoch darüber hinaus eigene Sichtweisen entwickelt haben, die auch therapeutische Zugänge ermöglichen. Es sind dies die

Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell (s.a. Abb. 20):

Es handelt sich um ein integratives Modell, welches neben der Berücksichtigung der bedingenden Faktoren und der Betrachtungsebenen im Querschnitt auch die Bedingungen für die Manifestation sowie die Verlaufsdynamik im Längsschnitt zu berücksichtigen vermag. Es wurde zwar zur Erklärung der Schizophrenie entwickelt (Zubin und Spring, 1977), besitzt aber inzwischen für alle psychischen Störungen eine weithin akzeptierte Gültigkeit.
Der Grundgedanke ist der, daß Vulnerabilität (d.h. eine multifaktoriell vermittelte, dispositionelle Verletzbarkeit oder Schwäche) und die Einwirkung von (inneren oder äußeren) Stressoren (d.h. kritische Ereignisse/Belastungen/Konflikte im psychosozialen Umfeld oder auch "biologische" Stressoren) in komplementärer Wirkung die Krankheitsmanifestation bedingen.
Ein weiteres Postulat ist dies, daß die Disposition nicht notgedrungen zeitstabil ist, sondern daß resultierende Fehlanpassungen eine Eigendynamik entwickeln können, die über sogenannte "intermediäre" Stadien (Nuechterlein, 1987) zu einer immer schwereren Pathologie bis hin zur Krankheitsmanifestation führen können.
Die Begriffe "Vulnerabilität" und "Diathese" bezeichnen zwei Abstufungen in eines dispositionellen Kontinuums (vgl. Hoff, 2000, S. 37).

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Die soziale Lerntheorie der Persönlichkeitsstörungen von Millon (1990):

Sie bewegt sich inhaltlich zwischen den Anschauungen der Klinischen Psychologie und der Verhaltenstherapie. Zugleich macht Millon zur Ausarbeitung seiner Theorie zahlreiche Anleihen bei (empirisch begründeten) psychoanalytischen Konzepten. Seinen Auffassungen zufolge hängt die normale und die gestörte Entwicklung der Persönlichkeit von den Einflüssen dreier Faktorenbündel ab (nach Fiedler, 1994, S. 138 f):

Zur Ausbildung von Persönlichkeitsstörungen tragen drei wesentliche pathogene Lernmuster bei:

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Kognitionstheoretische Erklärungsansätze:

Hier ist die jüngste, umfassende Analyse der Persönlichkeitsstörungen durch Beck und Freeman (1990) zu erwähnen.
Wie auch die Lerntheorie Millons basiert auch dieses Konzept auf dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell und damit auf der Auffassung, daß genetische, biologische und soziale Faktoren bei der Genese der Störungen zusammenwirken. Es gibt auch Ähnlichkeiten mit den psychoanalytischen kognitiven Konzepten Shapiros (1965).
Interessanterweise halten die Autoren die Persönlichkeitsstörungen für fundamental wichtig für das Verständnis sämtlicher anderen psychischen Störungen.

Grundlegend für die kognitive Erklärungsperspektive ist ein Kreisprozess zwischen Vulnerabilität, Schutz durch Vermeiden und Verfestigung durch Ausbildung maladaptiver "kognitiver Schemata".
Kognitive Schemata bewirken eine von der ursprünglichen Diathese zunehmend unabhängige "Verzerrung" interpersoneller Erfahrungen. Aus einer ursprünglichen konstitutionellen "Empfindlichkeit" wird zunehmend eine vermeintliche, kognitive Vulnerabilität.
Die beobachtbaren "Traits" und die resultierenden interpersonellen Muster sind somit im Rahmen der kognitiven Theorie als Funktion einer Reihe grundlegender "kognitiver Schemata" aufzufassen.

M. Linden (2000) gibt eine Zusammenstellung dieser Schemata für einzelne Persönlichkeitsstörungen:

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Ergebnisse zur Clusterforschung

Die amerikanische Psychiatrielehre empfiehlt, Persönlichkeitsstörungen in drei Übergruppen aufzuteilen, die "Cluster" A, B und C. Diese Einteilung ist kategorial. Es wird also aufgrund des Vorhandenseins oder Nicht-Vorhandenseins definierter Merkmale festgestellt, ob ein Mensch diese oder jene Persönlichkeitsstörung hat oder nicht hat. Die "cut-off-Points" sind dabei eben mehr oder weniger willkürlich vorher festgelegt worden. Im Gegensatz dazu werden in anderen Ansätzen fliessende Übergänge (ein Kontinuum resp. Dimensionen) zwischen normal und gestört einerseits und zwischen einzelnen Persönlichkeitsstörungen andererseits postuliert. Diese Art der Erfassung heißt dimensional.

Bei der Zuordnung einer Persönlichkeitsstörung zu einem bestimmten Cluster greift man entsprechend dem kategorialen Prinzip zurück auf das sogenannte Prototypen-Modell. Prototypen sind Idealtypen, die das jeweilige Cluster im Kern charakterisieren.

Die nachfolgenden Forschungsergebnisse und die umfangreichen Literaturhinweise zu den einzelnen Studien werden referiert nach Bronisch (2000, S. 1537 ff)

Cluster A

Dieses Cluster umfaßt die schizoide, die paranoide und die schizotypische Persönlichkeitsstörung. Gemeinsame Persönlichkeitszüge sind

Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien:
Studien zur Morphologie

Im Gegensatz zu Patienten mit Borderline-Störung wiesen schizotypische Nachkommen schizophrener Patienten eine erniedrigte ventricular-to-brain-ration (VBR) im Schädel-CT auf (Schulsinger et al., 1984)

Studien zur Physiologie

Berichtet wird über Augenbewegungsstörungen im Sinne kurzer Sakkaden und Sprünge bei der Blickfolgebewegung, die sich bei 52-68% chronisch schizophrener Patienten finden. Demgegenüber weisen nur 21% der nichtpsychotischen psychiatrischen Patienten und 6-8% der Normalbevölkerung solche erscheinungen auf. Anscheinend spiegeln die ABS die Unfähigkeit, unwillkürlich die Aufmerksamkeit zu fokussieren.
Es finden sich Assoziationen von ABS mit

Neurophysiologische Abweichungen

Auditorische P3-evozierte Potentiale sind bei Schizophrenen anomal, ebenso bei 50% der Verwandten 1. Grades, aber auch bei Borderline-Störuingen mit oder ohne schizotypische Persönlichkeitszüge (Kutscher et al., 1987).
Die P3-Welle ist eine späte akustische Antwort, die hervorgerufen wird, wenn ein Probant in spezifischer Weise auf unvorhersehbare Stimuli reagieren muß.

Studien zur Biochemie

Hier werden beschrieben eine Erniedrigung der Thrombozyten-Monoaminooxidase bei Schizophrenen und deren Familienangehörigen (Baron et al., 1983). Im Gehirn geht eine Erniedrigung der MAO mit einer erhöhten Verfügbarkeit von Dopamin in der Synapse einher. Eine Korrelation zwischen dem Gehalt an MAO in Thrombozyten und im Gehirn ist allerdings nicht gesichert (Weston und Siever, 1993).
Sowohl bei Patienten mit akuter Schizophrenie (van Kammern et al., 1986), als auch mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung (Siever et al., 1993) wurden erhöhte Konzentrationen von Homovanillinessigsäure (HVA) im Liquor gefunden. Die Höhe der Konzentration korrelierte bei den Untersuchungen Sievers mit den psychosenahen Symptomen der schizotypischen Persönlichkeitsstörung. Die gleiche Abhängigkeit fanden Siever et al. Bei der Messung der HVA im Plasma (Weston und Siever, 1993).
Amphetamin führt zur Freisetzung von Dopamin und Noradrenalin und dadurch zu einer Exazerbation psychotischer Symptome bei Schizophrenen (Janowsky et al., 1973). Patienten mit einer kombinierten Borderline- und schizotypischen Persönlichkeitsstörung reagierten in einer anderen Studie auf Gabe von Amphetamin mit Ausbildung kognitiver Störugnen (Schultz et al., 1988).

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Cluster B

Dieses Cluster umfaßt die Borderline-, die histrionische, die antisoziale und die narzißtische Persönlichkeitsstörung. Untersucht sind v.a. die

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Entgegen älteren Untersuchungen (Gunderson und Elliott, 1985) deuten neuere Arbeiten (Gunderson und Phillips, 1991) darauf hin, daß zwischen Borderline-Störung und affektiven Störungen nur eine unspezifische und schwache Verbindung besteht.

Studien zur Genetik

In der bereits oben zitierten Roscommon-Family-Study wurde die Diagnose der Borderline-Störung insgesamt selten gestellt und trat mit nur mäßiger Häufung in den Familien von Probanden mit affektiver Störung auf.

Studien zur Morphologie

Bei Untersuchungen des cerebralen Glucosestoffwechsels mittels Positronenemissionstomographie (PET) bei Patienten mit unterschiedlichen Persönlichkeitsstörungen, fand sich eine inverse Korrelation zwischen der regionalen metabolischen Glukoserate im frontalen Kortex und impulsiver Aggressivität in der Biographie der Betreffenden. Patienten mit Borderline-Störung oder antisozialer Persönlichkeitsstörung wiesen gegenüber einer Kontrollgruppe eine signifikante Erniedrigung des frontalen Glucosemetabolismus auf (Goyer et al., 1994).

Studien zur Physiologie
Studien zur Biochemie

Bei Borderline-Patienten, die gleichzeitig eine affektive Störung zeigen, bleibt ein Dexamethasonsuppressionstest (DST) unwirksam (Siever et al., 1986).
Obgleich der Thyreotropin-Releasing-Hormon-(TRH-)Test als Marker für depressive Störungen gilt, zeigten bei Untersuchungen von Loosen und Prange (1982) nur 25% der depressiven Patienten einen abgeschwächten TSH-Response auf TRH-Gabe. Demgegenüber fand sich die deutlichste Abschwächung bei Borderline-Patienten mit zusätzlicher affektiver Störung (Garbutt et al., 1983).
Nach Lester (1995) werden erniedrigte Werte von 5-Hydroxyindolessigsäure (HIAA) im Liquor bei Patienten mit impulsivem und aggressivem Verhalten gefunden. In 2 Studien zu einer Patientengruppe mit Persönlichkeitsstörungen, unter denen sich auch solche mit Borderline-Störung befanden, korrelierten erniedrigte Werte des Serotoninabbauproduktes mit suizidalem Verhalten (Brown et al., 1982).
Provokationsstudien mit Fenfluramin, einem 5-Hydroxytryptamin- (5-HT-) Agonist, zeigten bei Borderline-Patienten einen verminderten Prolaktin-Response im Vergleich zu Kontrollpersonen, wobei die verminderte Response mit impulsiver Aggressivität korrelierte, nicht dagegen mit dem Schweregrad der depressiven Verstimmung. Dies bestätigt Auffassungen, denen zufolge das zentrale 5-HAT-System mit der Unterdrückung von impulsivem und aggressivem Verhalten in Verbindung gebracht wird (Gray, 1982; Coccaro et al., 1994).
Anders als Borderline-Patienten, die zusätzlich an einer schizotypischen Störung leiden und welche (wie oben bereits referiert) auf Gabe von Amphetaminen mit Produktionj psychotischer Symptome und Entwicklung kognitiver Störungen entwickelten, reagierten Patienten mit solitärer Borderline-Störung auf Amphetamingabe mit einer Verbersserung der kognitiven und Wahrnehmungsfunktionen (Schultz et al., 1985, 1988).

Studien zu psychosozialen Risikofaktoren

Im Gegensatz zu Patienten mit anderen Persönlichkeitsstörungen erlitten Borderline-Patienten in Studien signifikant häufiger in ihrer Kindheit

Antisoziale Persönlichkeitsstörung

Viele der zu zitierenden Studien beziehen sich auf feststellbares kriminelles Verhalten und nicht auf die Diagnose einer antisozialen Persönlichkeitsstörung. In solchen Fällen wird dann der Begriff "Psychopathie" gebraucht, wenn kriminelles Verhalten gemeint ist.

Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien

Studien zur Erblichkeit:

Antisoziale Persönlichkeit und andere Störungen:

Studien zur Morphologie

Es gibt immer wieder Hinweise für wechselseitige Beziehungen zwischen hirnorganischen Schädigungen oder Abnormitäten und Verhaltensauffälligkeiten resp. Psychopathischem und delinquentem Verhalten (Yeudall, 1977). Dies gilt auch für die "soft signs" nach frühkindlichen Hirnschädigungen im Gefolge von Geburtskomplikationen. Im Rahmen einer Studie untersuchten Raine et al. (1996) 397 Männer, bei denen Geburtskomplikationen und motorische Defizite im ersten Lebensjahr bestanden und bei denen Verhaltensauffälligkeiten im Alter von 17-19 Jahren erfaßt worden waren. Als unabhängige Variable galt Kriminalität im Alter von 20-22 Jahren. Raine fand eine hohe Korrelation zwischen Gewalttätigkeit, Kriminalität und beruflichen und Verhaltensauffälligkeiten einerseits, und frühen motorischen Defiziten und instabilen Familienverhältnissen andererseits.

Neuropsychologische Studien
Studien zur Physiologie
Studien zur Biochemie

Die inverse Beziehung zwischen 5-HIAA- Konzentration im Liquor und Aggressivität und Delinquenz ist inzwischen in 14 Studien belegt (Virkkunen et al., 1994).
Die MAO-Aktivität der Thrombozyten hat vermutlich über eine schwache Assoziation mit 5-IHAA im Liquor eine negative Korrelation mit Psychopathie-typischen Persönlichkeitseigenschaften wie sensation seeking und Impulsivität (Schalling et al., 1987).
Ebenso besteht eine inverse Beziehung zwischen Prolaktinresponse auf Fenfluramin und Impulsivität bzw. Aggressivität (Coccaro et al., 1989).

Studien zu psychosozialen Risikofaktoren

Die wichtigsten Prädiktoren für die spätere Vergabe der Diagnose "antisoziale Persönlichkeitsstörung" sind

Die typische Familienstruktur der Kinder, die später eine antisoziale P. entwickeln ist gekennzeichnet durch

Die Prävalenz der antisozialen Persönlichkeitsstörung ist am häufigsten bei männlichen Jugendlichen aus unteren sozialen Schichten.

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Cluster C

Das Cluster C umfaßt die ängstliche, die abhängige, die anankastische und die passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung.
Eine Verwandtschaft dieses Clusters mit Angststörungen ist wahrscheinlich (Bronisch, 1995), aber, abgesehen von der gesicherten Verbindung zwischen ängstlicher Persönlichkeitsstörung und sozialer Phobie (Bronisc und Klerman, 1991), empirisch bislang nicht belegt.

Es gibt bislang nur eine Familienstudie mit Fragebogen zur Erfassung der DSM-III-R-Kriterien von Reich (1989, a, b), die höhere Prävalenzraten in der Verwandtschaft 1. Grades von Patienten im Vergleich zur Verwandtschaft gesunder Kontrollprobanden ergab.

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Zusammenfassung der Ergebnisse der Clusterforschung

Cluster A:

Cluster B:

Cluster C:

 

Zuletzt aktualisiert: 03.02.2010